Konnichiwa zusammen!
Trotz der ganzen Unkenrufe *zu Bene rüberschiel* stelle ich heute Coppelion vor. Einer der derzeit laufenden Anime der Herbstseason 2013 und vermutlich einer der kontroverseren Titeln dieser Season, gibt es doch wieder einmal zwei Fraktionen: eine die den Anime eine Menge abgewinnen können und ihn toll finden und dann natürlich diejenigen die den Anime am liebsten direkt in der Tonne landen sehen würden.
Lest weiter und findet heraus was es mit Coppelion auf sich hat und auf welcher Seite ich mich befinde
Das Setting von Coppelion
Wir befinden uns in einer nahen Zukunft. Über 90% der japanischen Bevölkerung wurde bei einer nuklearen Katastrophe getötet. Und mitten in einem verwüsteten und radioaktiv verseuchten Tokyo, tauchen drei Mädchen auf. Absolut gesund, saubere Kleidung, keine Schutzanzüge und nichts.Auf den ersten Blick also drei ganz gewöhnliche Highschool Mädchen. Wenn eben nicht die Tatsache wäre das sie sich völlig ohne Schutz frei bewegen können… und das in einer lebensfeindlichen Umgebung. Möglich macht das eine genetische Manipulation durch welche die drei Mädchen künstlich „erschaffen“ wurden.
Soviel erst einmal zum ganz grobem Setting von Coppelion. Ich persönlich finde es ungemein mutig, gute 2,5 Jahre nach der Katastrophe in Fukushima, ein Anime mit diesem Setting zu veröffentlichen. Der Anime basiert auf den gleichnamigen Manga von Tomonori Inoue welcher seit 2008 bis dato beim Weekly Young Magazine erscheint. Ist also entsprechend ein paar Jahre älter als die Ereignisse in Fukushima. Der Name Coppelion stammt übrigens von „Coppélia“ (Link führt zur engl. Wiki), dem französischen Comic Ballet aus dem Jahre 1870. In Deutschland auch unter „Das Mädchen mit den Glasaugen“ bekannt.
So weiter geht es erst einmal mit dem Opening:
Ahh ich liebe das Opening von Coppelion einfach… und das kommt selten vor bei mir!
Das Opening passt doch verdammt gut zum Setting und der Story von Coppelion. Das leicht verrauschte und auf alt getrimmte Video (jap das ist wirklich Absicht) mit seinen zerstörten und zerfallenen Szenerien. Die DNA Stränge die bereits auf die künstliche genetische Manipulation hindeuten. Dieses „Leben aus der Leblosigkeit erschaffen“ (das wachsende Gras und die stilisierten Pflanzen im Hintergrund), welches ebenfalls auf die drei Mädchen und dessen Hintergrund hindeutet. Und natürlich nicht zu vergessen: das Lied „Angel“ von der japanischen Band „Angela“, welches die sowieso schon beklemmende Stimmung weiter herunterdrückt. Ganz ehrlich? Ich finde das Opening von Coppelion toll! Ich mag jedoch auch post apokalyptische Welten. Und das Opening bringt es ziemlich genial rüber.
Zur Story von Coppelion
Die japanische Hauptstadt Tokyo wurde 2016 durch eine Kernschmelze in einem Atomkraftwerk mitten in der Stadt völlig verstrahlt. Leben in Tokyo ist fortan nicht mehr möglich. Zumindest nicht ohne Schutzanzüge und sichere Räume, die es scheinbar zu genüge gibt. Die Story von Coppelion spielt 20 Jahre nach der Kernschmelze. Tokyo ist quasi eine Geisterstadt und völlig verwahrlost. Dennoch haben Menschen dort überlebt oder sich in Tokyo niedergelassen. Es hat sich also innerhalb der 20 Jahren eine eigene Gesellschaft und entsprechende Infrastruktur gebildet, um in der für Menschen lebensfeindlichen Umgebung zurechtzukommen. Für Japan, deren Regierung und allg .der Welt existiert Tokyo nicht einmal mehr. daher ist die Stadt ein Ort für ausgegrenzten Menschen geworden…
Die Gründe weshalb sich Menschen weiterhin in Tokyo aufhalten sind vielfältig. Angefangen von entflohenen Sträflingen die sich in der Stadt absetzen wollen, über ältere Menschen die ihre Heimat nicht verlassen wollen oder können bzw. sogar von ihrer ursprünglichen Familie abgeschoben wurden… bis zu in Tokyo, nach der Katastrophe, geborenen Kindern.
Die drei Mädchen, namentlich Ibara Naruse, Aoi Fukasaku und Taeko Nomura, die zum Militär gehören und das Spezialkommando „Coppelion“ bilden, sind offiziell auf Rettungsmission in Tokyo unterwegs. Ihr Ziel ist es die Stadt zu erkunden sowie überlebende Menschen zu finden und zu evakuieren. Um ihre Mission überhaupt zu ermöglichen, wurden die Mädchen durch genetische Manipulation künstlich gezeugt. Dadurch sind sie immun gegen Radioaktivität und besitzen obendrein spezielle Fähigkeiten.
Zu den Charakteren von Coppelion
Dadurch dass die DNA von Ibara, Aoi und Taeko künstlich konstruiert wurde, sehen sich die Mädchen selber als Puppen an (daher auch der Name „Coppelion“ aus dem franz. Ballet), die nur für ihre Mission erschaffen wurden. Sie haben offiziell auch keine Eltern und wurden speziell für die Mission ausgebildet. Jeder der Mädchen besitzt, neben der Immunität gegen Strahlung, auch eigene spezielle Fähigkeiten, welche denen von „normalen Menschen“ zum Teil weit überlegen ist.
Ibara Naruse
Ibara ist der Hauptcharakter der Story und ist mit 18 Jahren das älteste Mitglied des Spezialkommandos „Coppelion„, dessen Anführerin sie ist. Offiziell ist sie Studentin im dritten Jahr der Highschool.
Sie besitzt verbesserte athletische Fähigkeiten und kann obendrein hervorragend mit Schusswaffen aller Art umgehen.
Aoi Fukasaku
Sie ist eine Freundin von Ibara und Mitglied von Coppelion. Sie ist ein typischer Moe Charakter. Immer fröhlich und optimistisch. Aoi ist im ersten Jahr der Highschool. Über ihre Fähigkeiten ist (zumindest im Anime) noch nichts bekannt.
Taeko Nomura
Taeko ist das dritte Mitglied im Bunde von Coppelion. Ebenfalls mit Ibara und Aoi befreundet und wie Aoi im ersten Jahr der Highschool.
Ihre Sinne sind um ein vielfaches stärker ausgeprägt als bei einem normalen Menschen. So kann sie bis zu 10 Mal besser sehen (ihre Brille schützt ihre Augen) und kommt sehr gut mit Tieren klar.
Zeichenstil und Animation von Coppelion
Selten dass ich das sage, aber der Zeichenstil oder die allgemeine Qualität der Darstellung und Animation von Coppelion ist erstklassig. Zumindest meiner Meinung nach. Unglaublich detailreich und diese verwahrloste und verfallene Atmosphäre kommt einfach toll rüber. Was ich auch unglaublich mag, sind die kräftigeren Umrisse der Charaktere, während der Hintergrund trotz seines Detailreichtums recht dezent bleibt. Ich mag diesen Stil einfach. Einziger Wermutstropfen sind die offensichtlichen CGI (Computer Generated Imagery) Animationen, die ab und an etwas deplatziert wirken.
Fazit und persönliche Meinung zu Coppelion
Ich bin ein riesiger Fan von post apokalyptischen Szenarien und gerade Coppelion kam da anfangs (die ersten zwei Folgen zumindest) wie ein erfrischender, neuer und voller Potenzial steckender Anime rüber, der eine post apokalyptische Welt von einer etwas anderen Perspektive beleuchtet, die meist eher vernachlässigt wird. Eben mit einem etwas anderen Ansatz und frischen tollen Ideen. Tja, leider machen frische Ideen und ein an sich interessanter Plot alleine noch keinen guten Anime.
Ganz ehrlich? Es mangelt hinten und vorne an der Umsetzung. Die Charaktere sind einfach langweilig und uninteressant… die Story wird genauso fade rüber gebracht. Das Potenzial ist da, die Ansätze sind da…aber nichts davon wird vernünftig und spannend an den Zuschauer vermittelt. Kurzum: es interessiert mich nicht wirklich wie es mit Ibara, Aoi und Taeko oder dem Team „Coppelion“ weitergeht oder was aus Tokyo wird. Punkt. Finde ich ehrlich gesagt mehr als traurig. Wie gesagt, die Ideen waren da. Die Ansätze ebenfalls… aber das war es halt auch schon. Die Mädels sehen (dank dem Zeichenstil) nur unglaublich süß aus… was ja ggf. für den einen oder anderen bereits Grund genug sein mag. Mir reicht es an der Stelle mal nicht.
Dennoch werde ich den Anime mit einem Auge weiterverfolgen, da ich ihn schließlich nun angefangen habe. Möglicherweise wird es mit kommenden Folgen noch besser oder gar mit einer zweiten Staffel. Da der Manga seit 2008 läuft, ist garantiert genug Material für mehrere Staffeln vorhanden. Aber wirklich empfehlen… kann ich denn Anime derzeit jedoch nicht. Sorry…
Weitere Infos zu Coppelion findet ihr übrigens unter anderem auf >> aniSearch <<
Oder auf dem >> Wikia << zu Coppelion
Und damit verabschiede ich mich erst einmal wieder von euch.
ja matane
Ryudo

2 Kommentare
neomai
23. November 2013 von 18:46 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Hallo
Ich denke eher, dass es auch richtig war nach so „kurzer“ Zeit die Geschichte auf diese Weise aufzuarbeiten und sich damit zu beschäftigen. Wir Deutschen sind in der Hinsicht immer noch nicht wirklich weiter.
Mutig? Die Frage die sich hier stellen würde: ab wann wäre es denn nicht mehr mutig?
Der Zeichenstil selbst gefällt mir, vor allem von den Farben her (kann es nun gerade nur nach diesen Screenshots beurteilen). Schade ist nur, dass scheinbar die Qualität der Erzählung mehr als leidet… meines Erachtens birgt der Anime gerade aufgrund des aktuellen zeitlichen Bezugs ein großes Potential zur Aufarbeitung. Wäre interessant zu wissen, ob er es nicht doch noch ausschöpft… andererseits wäre es dennoch auch dann um die Folgen schade, wo so viel Raum verschenkt wirkt.
Liebe Grüße
Neomai
Ryudo
25. November 2013 von 11:00 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Nun ja, die Japaner spielen unangenehme Dinge gerne runter oder verdrängen sie ganz wenn möglich. Nach außen hin wollen sie auch ihr Gesicht nicht verlieren. Ist daher wohl wirklich nicht schlecht die ganze Atomkraft, dessen möglichen Gefahren und natürlich damit auch Fukushima aufzuarbeiten bzw. überhaupt wieder in Erinnerung zu rufen… zumindest für diejenigen die nicht betroffen sind.
Ist nur wirklich schade das Coppelion letztendlich so mies umgesetzt wurde. Und der Anime driftet mit den späteren Folgen sogar ein wenig von der ganzen Atomkraft / Super GAU Thematik ab. Meiner Meinung nach.
Naja immerhin ist der Zeichenstil genial xD die Screenshots bringen die Qualität in der Hinsicht doch ganz gut rüber.^^